Cod. 8955 - 287r-287v

29.04.1582
Signatur: 
Cod. 8955
Folio: 
287r-287v

Zuordnung:

Sprache:

Erwähnte Orte

Name Zusatz Identifizierung Erwähnungen insgesamt
Osmanen
3519
Ónod
27
Mályi
2
Eger Erlau
288
Linz
74
Ungarn Region
1210

Erwähnte Personen

Titel Funktion Identifizierung Erwähnungen insgesamt
Rudolf II. Kaiser
2139
Matthias Kaiser
589

Transkript

Auß Wienn vom 29ten Aprill anno 1582
   1] Umb den 10ten verschinen haben die türggen abermal ein starckhen straiff inn die 4000 starckh über die Theisa gar gegen Onad gethan, wie sie dann gemelten fleckhen samt dem marckht Mohi hinwegkh gezogen, Pläkh angezindt und inn die etlich und sibentzig personen hinwegkh gefüert haben, die unsern so ungefahrlich damalen inn die 500 versamlet gewest, als nemblich 200 teütsche pferdt, 100 archibusier, Bathori Istwans  hussarn  und etlich hussarn von Erla haben inen alßbald auf frischer thatt nachgesezt, mittlerweil hat sich ander kriegsvolckh etlicher landtleüt derselben ortten und der Kay(serlichen) M(ajestä)t dienstleüt darzu geschlagen, also das sy nahendt in die 1300 starckh worden sein, die haben alle sembtlich zuvorderst die teütschen reütter, so inn disem hanndel das beste gethon, die feindt angriffen, inen alle gefangne sambt dem geraubten viech aberhalten, irer aber der türggen sein inn die 300 tod auf der wallstatt bliben, inn die hundert gefangen worden, uber das haben sy in die 300 pferdt, neün fahnen und inn die funfftzig wägen mit rüstungen, klaidern und andern sachen, so die türggen von sich geworffen, bekhumen, die teütschen haben in disem lärmen kheinen gefangen genommen, sonder alle nidergeschossen, die hungern haben aber maistes dem raub nachgehengt und ist abermalen an einem khleinen gestanden, es wer abermalen ein flucht under inen erweckht worden, sunst hette woll geschehen künden, das die türggen noch vill ein hörttern standt thun müessen.
   2] Der bassa versamblet sich jetzunder wider, soll deß vorhabens sein, wie das geschray geth, ein castell zupauen, niemandts waiß aber, was daran ist, die unsern seind gleichsfals noch beyeinander und wollen erwartten, wo der feindt auß wölle, der bassa begert jezo ein glaitt für ein gesandten hieher, darauf ist im glaittsbrief zugeschickht worden, mann maint, er werde disen hanndl mit einem ernst enden wöllen, die zeit wirdets aber geben, was sein werbung sein werde.
   3] Ertzherzog Mathias ist heut alhie ankhumen, würdet inn ettlichen tagen wider von hinnen und so forthin sein hoffhaltung zu Lyntz haben.